Geisenfelder Zeitung, Dconnerstag, 12. Juni 2025

Weniger Spenden wegen der Steuer

Forderungen des Finanzamts gegenüber dem Bürgerring bestimmen
auch diese Jahreshauptversammlung

Von Nadja Atzberger

Geisenfeld - Mit einem Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr und einstimmigen Beschlüssen zur Mittelverwendung hat der Bürgerring Geisenfeld jetzt bei seiner Jahreshauptversammlung erneut die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements für die Region unterstrichen. Das Vorstandsteam präsentierte nicht nur die Erfolge des vergangenen Jahres, sondern sprach auch offen über neue Herausforderungen – allen voran die bevorstehende Steuerpflicht.


Bürgerring-Vorsitzender Günter Reith gab den Mitgliedern einen
Überblick auf zentrale Aktivitäten. (Foto Atzberger)

Vorsitzender Günter Reith eröffnete die Versammlung, an der 46 stimmberechtigte Mitglieder sowie mehrere Gäste teilnahmen. In seinem Bericht erinnerte er an zentrale Aktivitäten wie das Sommerfest im Klostergarten, eine Bildungsreise nach Berlin auf Einladung des damaligen Bundestagsabgeordneten Andreas Mehltretter und die Teilnahme am Rosenmontagsumzug mit dem satirischen Motto „Besteuerung“.

Neben diesen geselligen Höhepunkten setzte der Verein auch nachhaltige Akzente: So wurden Warmhalteboxen für den Katastrophenschutz angeschafft und gemeinsam mit dem Jugendzentrum Bäume für einen „Zukunftswald“ gepflanzt. Zudem wurden Überwachungskameras installiert, um die Sicherheit zu erhöhen.

Ein zentrales Thema der Versammlung war die Forderung des Finanzamts, künftig Steuern zu zahlen. Trotz 4000 gesammelter Unterschriften aus der Bevölkerung sowie der Unterstützung von Bürgermeister Paul Weber (USB), Landtagsabgeordnetem Karl Straub (CSU) und Bundestagsabgeordnetem Christian Moser (CSU) bleibe die Rechtslage unverändert. „Die Steuern sind da, die werden wir zahlen müssen“, stellte Reith nüchtern fest.

Auch die Berichterstattung durch das BR-Magazin „quer“ und „Hammer der Woche“ habe bislang keinen Durchbruch gebracht. Geschäftsführende Vorsitzende Mariele Stark zeigte sich enttäuscht: „Das Finanzamt Ingolstadt war trotz mehrfacher Bitten zu keinem persönlichen Gespräch bereit.“ Und Werner Thorwarth, stellvertretender Vorsitzender, meinte: „Der Bürgerring kämpft dabei nicht für sich, sondern für die Vereine – für unsere Spendenempfänger.“

Kassenwartin Margit Steinberger legte einen soliden Finanzbericht vor. Die Einnahmen stiegen 2024 auf 249 148 Euro (2023: 213 012 Euro). Nach Abzug einer Umsatzsteuervorauszahlung von 35 517 Euro konnten 211 254 Euro gespendet werden – davon 129 254 Euro in Geisenfeld, etwa an Feuerwehren, Schulen, Vereine und Kindergärten. 82 000 Euro gingen an überregionale Empfänger. „Bislang wurde bis auf den letzten Cent gespendet – künftig wird die Steuerlast das Spendenvolumen einschränken, da etwa 40 Prozent an den Fiskus gehen“, so Thorwarth.

Für 2025 stehen derzeit 36 000 Euro zur Verfügung. Bei der Mittelverwendung wurde bewusst auf lokale Schwerpunkte geachtet. Zahlreiche Einrichtungen aus Geisenfeld und Umgebung sowie einige überregionale Organisationen erhalten finanzielle Unterstützung. Eine detaillierte Übersicht der geförderten Projekte und Beträge findet sich in der nachfolgenden Tabelle.

Zwei Mitglieder wiesen darauf hin: „Wenn die Mittel nun geringer werden, sollten wir darauf achten, dass das Geld verstärkt in unserer Gegend bleibt.“ Diese Anregung fand Zustimmung. Bürgermeister Paul Weber würdigte das Engagement des Vereins und zeigte Verständnis für die aktuelle Situation: „Der Grundgedanke des Bürgerrings hat sich trotz der Steuerdiskussion nicht geändert. Und deswegen macht bitte weiter. Wir brauchen euch für die Vereine, die Stadt und die Bürger.“

Zum Ausblick kündigte Reith das Mitgliederjahresessen im Klostergarten für den 10. August ab 12 Uhr an. Die Bevölkerung ist am Nachmittag zum Auftritt verschiedener Musikgruppen („Zünftig aufgspuid“) eingeladen. Es gibt Kaffee und Kuchen. Außerdem werden für den 10. Juli Helfer gesucht, um das Inventar des ehemaligen Kauflands in Ingolstadt abzuholen. Zum Abschluss dankte Reith allen Ehrenamtlichen und Spendern für ihre Unterstützung.

DIE ZUSCHÜSSE IM EINZELNEN

Diese Projekte hat der Bürgerring unterstützt:

TV Geisenfeld Schäffler 2000 Euro

Kindergarten Bunte Welt 2000 Euro

Tischtennis 2200 Euro

Caritas „Essen dahoam“ 500 Euro

Förderzentrum für körperlich und motorische Entwicklung 2000 Euro

Volksbund Kriegsgräberfürsorge 1000 Euro


• Sozialtherapie Prop Pfaffenhofen 2500 Euro

Kindergarten Villa Kunterbunt in Rottenegg 1500 Euro

Förderschule Geisenfeld 1500 Euro

FC Unterpindhart für Jugendtore 3000 Euro

• Restaurierung Marienbrunnen am Marienplatz 1800 Euro

• Beschaffung eines UTV-Nutzquad für die Freiwillige Feuerwehr Geisenfeld 3000 Euro

• Sonnensegel für den Klosterkindergarten Geisenfeld 2000 Euro.


Layout and Design ©2003 Peter Mühlbacher, last updated