Geisenfeld -
Mit einem Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr und einstimmigen
Beschlüssen zur Mittelverwendung hat der Bürgerring
Geisenfeld jetzt bei seiner Jahreshauptversammlung erneut die
Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements für die Region
unterstrichen. Das Vorstandsteam präsentierte nicht nur
die Erfolge des vergangenen Jahres, sondern sprach auch offen über
neue Herausforderungen – allen voran die bevorstehende
Steuerpflicht.

Bürgerring-Vorsitzender Günter Reith gab den Mitgliedern
einen
Überblick auf zentrale Aktivitäten. (Foto Atzberger)
Vorsitzender Günter
Reith eröffnete die Versammlung, an der 46 stimmberechtigte
Mitglieder sowie mehrere Gäste teilnahmen. In seinem Bericht
erinnerte er an zentrale Aktivitäten wie das Sommerfest
im Klostergarten, eine Bildungsreise nach Berlin auf Einladung
des damaligen Bundestagsabgeordneten Andreas Mehltretter und
die Teilnahme am Rosenmontagsumzug mit dem satirischen Motto „Besteuerung“.
Neben diesen geselligen
Höhepunkten setzte der Verein auch nachhaltige Akzente:
So wurden Warmhalteboxen für den Katastrophenschutz angeschafft
und gemeinsam mit dem Jugendzentrum Bäume für einen „Zukunftswald“ gepflanzt.
Zudem wurden Überwachungskameras installiert, um die Sicherheit
zu erhöhen.
Ein zentrales Thema
der Versammlung war die Forderung des Finanzamts, künftig
Steuern zu zahlen. Trotz 4000 gesammelter Unterschriften aus
der Bevölkerung sowie der Unterstützung von Bürgermeister
Paul Weber (USB), Landtagsabgeordnetem Karl Straub (CSU) und
Bundestagsabgeordnetem Christian Moser (CSU) bleibe die Rechtslage
unverändert. „Die Steuern sind da, die werden wir
zahlen müssen“, stellte Reith nüchtern fest.
Auch die Berichterstattung
durch das BR-Magazin „quer“ und „Hammer der
Woche“ habe bislang keinen Durchbruch gebracht. Geschäftsführende
Vorsitzende Mariele Stark zeigte sich enttäuscht: „Das
Finanzamt Ingolstadt war trotz mehrfacher Bitten zu keinem persönlichen
Gespräch bereit.“ Und Werner Thorwarth, stellvertretender
Vorsitzender, meinte: „Der Bürgerring kämpft
dabei nicht für sich, sondern für die Vereine – für
unsere Spendenempfänger.“
Kassenwartin Margit
Steinberger legte einen soliden Finanzbericht vor. Die Einnahmen
stiegen 2024 auf 249 148 Euro (2023: 213 012 Euro). Nach Abzug
einer Umsatzsteuervorauszahlung von 35 517 Euro konnten 211 254
Euro gespendet werden – davon 129 254 Euro in Geisenfeld,
etwa an Feuerwehren, Schulen, Vereine und Kindergärten.
82 000 Euro gingen an überregionale Empfänger. „Bislang
wurde bis auf den letzten Cent gespendet – künftig
wird die Steuerlast das Spendenvolumen einschränken, da
etwa 40 Prozent an den Fiskus gehen“, so Thorwarth.
Für 2025 stehen
derzeit 36 000 Euro zur Verfügung. Bei der Mittelverwendung
wurde bewusst auf lokale Schwerpunkte geachtet. Zahlreiche Einrichtungen
aus Geisenfeld und Umgebung sowie einige überregionale Organisationen
erhalten finanzielle Unterstützung. Eine detaillierte Übersicht
der geförderten Projekte und Beträge findet sich in
der nachfolgenden Tabelle.
Zwei Mitglieder wiesen
darauf hin: „Wenn die Mittel nun geringer werden, sollten wir
darauf achten, dass das Geld verstärkt in unserer Gegend bleibt.“ Diese
Anregung fand Zustimmung. Bürgermeister Paul Weber würdigte
das Engagement des Vereins und zeigte Verständnis für die
aktuelle Situation: „Der Grundgedanke des Bürgerrings
hat sich trotz der Steuerdiskussion nicht geändert. Und deswegen
macht bitte weiter. Wir brauchen euch für die Vereine, die Stadt
und die Bürger.“
Zum Ausblick kündigte
Reith das Mitgliederjahresessen im Klostergarten für den 10.
August ab 12 Uhr an. Die Bevölkerung ist am Nachmittag zum Auftritt
verschiedener Musikgruppen („Zünftig aufgspuid“)
eingeladen. Es gibt Kaffee und Kuchen. Außerdem werden für
den 10. Juli Helfer gesucht, um das Inventar des ehemaligen Kauflands
in Ingolstadt abzuholen. Zum Abschluss dankte Reith allen Ehrenamtlichen
und Spendern für ihre Unterstützung.
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