Geisenfelder Zeitung, Mittwoch, 27.September 2023

Unverzichtbares Engagement

Bürgerring spendet weitere 250 000 Euro in unterschiedliche Projekte

Von Maggi Zurek

Geisenfeld - Seit einem Vierteljahrhundert übertrifft der Bürgerring Geisenfeld sich regelmäßig selbst – auch heuer fiel die Bilanz durchweg positiv aus. Inzwischen hat der Verein knapp 1,3 Millionen Euro für unterschiedlichste Projekte gespendet. Weshalb er nicht nur in den Augen von Geisenfelds Bürgermeister Paul Weber (USB) ob seines herausragenden ehrenamtlichen Engagements für die Stadt und ihre Bürger als „unverzichtbar“ gelten darf.


Zu den jüngst geleisteten Spenden des Bürgerrings gehören auch
15 000 Euro für einen Ersatz-Notarztwagen, den Vertreter des Bürgerrings
und der Rettungswache Geisenfeld am Volksfestfreitag vor
dem Shop des Vereins an den BRK Kreisgeschäftsführer Herbert
Werner (Zweiter von rechts) übergab. Foto: BRK

Günter Reith freute sich als Vorsitzender, neben 40 der insgesamt 130 Mitglieder unter den Gästen der Hauptversammlung im Geisenfelder Hof auch Vertreter von Vereinen sowie Bürgermeister Paul Weber begrüßen zu können. Die Zusammenarbeit mit Stadt und Bauhof klappe sehr gut und sei eine Win-win-Situation für beide Seiten, konstatierte er.

Jüngste Beispiele für ein Engagement im Geist des Vereinsmottos „Miteinander-Füreinander“ ließ er in Wort und Bild Revue passieren. Dazu zählten die Anschaffung eines Spielmobils für Geisenfelder Vereine und die Bereitstellung von Bildtafeln, die an besonderen Plätzen ein Schlaglicht auf die Vergangenheit der Stadt werfen (für die Ortsteile sind weitere geplant). Gerne habe man die Disco auf dem Rottenegger Berg unterstützt, so Reith, der verriet, dass man nun über eine Veranstaltung für ältere Mitbürger nachdenke. An der Aktion „DemChristkind helfen“ will man sich heuer ebenso wieder beteiligen, wie an der Waldweihnacht des Sängervereins. Als gut angenommen wertete Reith den vom Verein geförderten Zugang zur Ilm, der allerdings aktuell hinsichtlich der wuchernden Pflanzen Pflege brauche. Der Bürgermeister versprach, sich hier um eine Lösung zu bemühen.

Die „gigantische 25-Jahrfeier“, an deren Organisation viele Vereine und die Stadt mitgewirkt hatten, hat für Reith eindrücklich gezeigt: „Es kommt etwas zurück.“ Die Ehrung des Landkreises, eine Würdigung des Vorsitzenden der Deutschen Stiftung Engagement und Ehrenamt DSEE als Leuchtturm-Projekt und das Interesse von Politikern unterschiedlicher Parteien an der Arbeit des Bürgerring wertete er als „Schulterklopfen“ für die Arbeit Mitstreiter. Weitere Höhepunkte des Vereinslebens waren eine Einladung in den Landtag und zur Besichtigung der Brauerei Weihenstephan sowie der Sommerempfang auf Schloss Schleißheim.

„Wer kauft eigentlich im Bürgerring ein?“ – diese ihr oft gestellte Frage, beantworte die geschäftsführende Vorsitzende Mariele Stark mit einem Hinweis auf eine in jeder Hinsicht bunt gemischte Kundschaft, zu der auch immer mehr junge Leute gehören würden – wohl auch, weil die durch den Verkauf gespendeter Ware gelebte Idee der Nachhaltigkeit zunehmend verfange. Dem 63-köpfigen Shop-Team gehören Menschen aus acht Nationen an – auch das sei ein schönes Zeichen des „Miteinander-Füreinander“, so Stark. Seit einiger Zeit beobachtet sie ein besonders Phänomen: Die Menschen, die Waren anliefern „danken uns dafür, dass wir die Dinge annehmen“. Begründet werde dies mit dem guten Gefühl, dass Erbstücke für die man selber keine Verwendung oder keinen Platz mehr hat, hier wertgeschätzt und noch einem guten Zweck zugeführt werden.

Gute Nachrichten konnte Schatzmeisterin Margit Steinberger verkünden: Der Shopumsatz steigt ungebrochen weiter – von einst 71 Euro pro Öffnungstag auf heuer 937 Euro. Im Berichtszeitraum von Januar 2022 bis jetzt konnten infolgedessen rund 250 000 Euro an Spenden ausgeschüttet werden.

Künftig sollen auch Organisationen außerhalb der Stadt Geisenfeld, die als gemeinnützig anerkannt sind, auf Antrag Spenden erhalten können – sofern die Hauptversammlung dem Ansinnen zustimmt. Eine entsprechende Satzungsänderung (die auch eine Erweiterung des Vorstands ab der nächsten Wahl vorsieht) wurde gegen vier Stimmen angenommen.

AKTUELLE SPENDEN

Auf jeweils einstimmigen Beschluss der Hauptversammlung hat der Bürgerring erneut Anträge von verschiedenen Vereinen positiv beschieden und dabei insgesamt 19 200 Euro gespendet.

Je 5000 Euro erhalten die Kindergarde Geisenfeld (für die Anschaffung von Kostümen und sonstigem Equipment) sowie der Hospizverein Pfaffenhofen (für den wiederholten Einsatz von Klinikclowns im Caritas Altenheim) und der Verein Prop (für die Anschaffung von Raumteilern für das Sozialtherapeutische Zentrum St. Kastl).

3000 Euro gehen an die Feuerwehr Rottenegg (zur Anschaffung eines Hochleistungslüfters Fanergy E16).

1200 Euro gehen an den FC Geisenfeld (zur Finanzierung von sechs Kleintoren für die Jugendarbeit).

Der Antrag der Stadtkapelle auf Zuschuss zu einer für alle Geisenfelder Vereine nutzbaren Lichtanlage im Gesamtwert von 20 000 Euro fand keine Mehrheit. Werde eine solche Anlage für ein größeres Event gebraucht, sei es auch hinsichtlich Wartung und Haftung besser, diese von einem professionellen Anbieter zu mieten, so der Tenor. Die dabei anfallenden Kosten werde der Bürgerring dann nach Prüfung des entsprechenden Antrags gerne übernehmen.


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