Geisenfelder Zeitung, Freitag, 28. April 2017

Ein Segen für die Stadt

Bürgerring knackt 500000-Euro-Marke bei der Spendensumme – Laden läuft im 19. Jahr so gut wie nie

Von Patrick Ermert

Geisenfeld (GZ) Der Geisenfelder Bürgerring schreibt seine Erfolgsgeschichte fort. Im 19. Jahr seines Bestehens hat die Spendensumme die 500000- Euro-Marke gerissen. Und der Zusammenhalt im Verein wirkt heute mindestens so groß wie zur Gründungszeit.

Klein aber fein ist der Bürgerring. Und enorm engagiert. Er besteht nur aus 93 Mitgliedern. Aber sage und schreibe 38 davon waren bei der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend zugegen, um sich die Berichte anzuhören und die Vergabe der nächsten Spenden zu beschließen. „Eigentlich müsste jetzt ein lauter Gong ertönen“, sagte der Vorsitzende Günter Reith. „Weil wir tatsächlich mehr als eine halbe Million Euro erwirtschaftet und für den guten Zweck eingesetzt haben.“ Ende des vergangenen Jahres lag der Betrag noch bei rund 450000 Euro. „Aber heuer läuft es schon wieder so gut, dass wir jetzt schon diesen Meilenstein geschafft haben“, so Reith weiter.

Wie das viele Geld heuer eingesetzt wird, bestimmten die Mitglieder in dem Zusammenhang auch gleich ganz demokratisch. Debatten gab es so gut wie keine. Nur der Soccer-5- Platz für das Jugendzentrum wurde genauer besprochen – und nicht von allen Anwesenden für gut befunden.

Im Grunde konnte sich die Vereinsführung kurz halten bei ihren Berichten. Denn an gesellschaftlichen Aktivitäten war das zurückliegende Jahr sehr arm. „Wir hatten mit den Verschönerungsarbeiten an unserem neuen Haus so viel zu tun, dass wir sonst zu gar nichts gekommen sind“, bedauerte der Vorsitzende. Ein Umstand, der sich ändern soll. Heuer plant der Bürgerring am 15. Mai zunächst eine Besichtigung der Wasserversorgung Ilmtalgruppe in Starzhausen. Und Reith hatte gleich noch eine weitere Idee, die er umsetzen möchte: eine Brauereibesichtigung, vermutlich bei Toerring in Freising. „Wenn das gewünscht ist, kümmere ich mich darum“, fragte er in die Runde – und erntete neben Kopfnicken auch viele Ja-Rufe.“ Einmal pro Jahr gehen die Helfer, die im Laden für den gehörigen Umsatz sorgen, zum Essen. „Ihr solltet das zwei- oder dreimal machen“, forderte sie Bürgermeister Christian Staudter (USB) in seinem Grußwort auf. „Weil Ihr Euch das redlich verdient habt.“

Neben dem Alltagsgeschäft haben die Mitglieder das ehemalige Norma-Gebäude an der Augsburger Straße, in dem der Laden untergebracht ist, auf Vordermann gebracht. „Bessere Mieter könnte sich die Stadt nicht wünschen“, lobte Staudter. Und Reith sagte nur: „Mir geht richtig das Herz auf, wenn ich mir anschaue, wie schön alles geworden ist.“

Mindestens genauso wichtig ist aber die Arbeit im Inneren des Ladens. Das darin Geleistete fasste Geschäftsführerin Maria Stark zusammen. 42 Frauen und Männer arbeiten ehrenamtlich im Bürgerring, der an 44 Wochen pro Jahr jeweils fünf Tage die Woche geöffnet hat. „Das macht 7000 Arbeitsstunden im Jahr, eine gewaltige Menge also“, sagte Stark. In einer kleinen Inventur hat sie die Kleidung gezählt, die auf den Bügeln hängt. „Es sind 6000 Stück“, sagte Stark. Von Kinderkleidung über Damen und Herrenmode bis hin zu Bettbezügen. „Wir haben auch jede Menge Geschirr, 2700 Bücher und 570 Paar Schuhe lagern“, meinte sie. „Waren im Wert von etwa 13000Euro – und da ist der volle Keller noch gar nicht mitgerechnet.“

Angesichts des erwirtschafteten Gewinns in Höhe von gut 130000 Euro im vergangenen Jahr, was Kassenwartin Margit Steinberger detailliert darlegte, wurde dieser Warenbestand im vergangenen Jahr insgesamt zehn Mal komplett verkauft. Die anwesenden Mitglieder staunten nicht schlecht über diese beeindruckenden Statistiken. Und als Steinberger das Finanzielle folgen ließ, konnte am Ende nur eines folgen: lauter Applaus, mit dem sich die Mitglieder ein wenig zu ihrer eigenen Leistung beglückwünschten. Der Gewinn wuchs 2016 im Vergleich zum Vorjahr um weitere 2000 Euro an. Und auch der Betrag der ausgeschütteten Spenden wächst immer weiter an. 2015 waren es noch 68000 Euro, vergangenes Jahr bereits 96000 Euro. Und der Trend nach oben scheint ungebrochen. „Heuer sieht es wieder gut aus“, meinte Reith abschließend. Es könne nicht ewig so weitergehen. Irgendwann müsse es mal nach unten gehen. „Aber solange es so gut läuft, sind wir einfach froh und zufrieden, dass wir als Bürgerring segensreich für Geisenfeld wirken können.“

Beschlossene Spenden:

Es wurden 34750 Euro wie folgt ausgeschüttet:

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10000 Euro
5000 Euro
5000 Euro
5000 Euro
5000 Euro
3000 Euro
1050 Euro
700 Euro

 

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