Geisenfeld (GZ)
Der Geisenfelder
Bürgerring schreibt seine
Erfolgsgeschichte fort. Im 19.
Jahr seines Bestehens hat die
Spendensumme die 500000-
Euro-Marke gerissen. Und der
Zusammenhalt im Verein wirkt
heute mindestens so groß wie
zur Gründungszeit.
Klein
aber fein ist der Bürgerring.
Und enorm engagiert.
Er besteht nur aus 93 Mitgliedern.
Aber sage und schreibe
38 davon waren bei der Jahreshauptversammlung am
Mittwochabend zugegen, um
sich die Berichte anzuhören und
die Vergabe der nächsten Spenden zu beschließen. „Eigentlich
müsste
jetzt ein lauter Gong ertönen“,
sagte der Vorsitzende Günter
Reith. „Weil wir tatsächlich
mehr als eine halbe Million Euro
erwirtschaftet und für den
guten Zweck eingesetzt haben.“ Ende des vergangenen
Jahres lag der Betrag noch bei
rund 450000 Euro. „Aber heuer
läuft es schon wieder so gut,
dass wir jetzt schon diesen Meilenstein
geschafft haben“, so
Reith weiter.
Wie das viele Geld heuer
eingesetzt
wird, bestimmten die
Mitglieder in dem Zusammenhang
auch gleich ganz demokratisch.
Debatten gab es so gut
wie keine. Nur der Soccer-5-
Platz für das Jugendzentrum
wurde genauer besprochen – und nicht von allen
Anwesenden
für gut befunden.
Im Grunde konnte sich
die
Vereinsführung kurz halten bei
ihren Berichten. Denn an gesellschaftlichen
Aktivitäten war
das zurückliegende Jahr sehr
arm. „Wir hatten mit den Verschönerungsarbeiten
an unserem
neuen Haus so viel zu tun,
dass wir sonst zu gar nichts gekommen
sind“, bedauerte der
Vorsitzende. Ein Umstand, der
sich ändern soll. Heuer plant
der Bürgerring am 15. Mai zunächst
eine Besichtigung der
Wasserversorgung Ilmtalgruppe
in Starzhausen. Und Reith
hatte gleich noch eine weitere
Idee, die er umsetzen möchte:
eine Brauereibesichtigung,
vermutlich bei Toerring in Freising. „Wenn das
gewünscht ist,
kümmere ich mich darum“,
fragte er in die Runde – und
erntete neben Kopfnicken auch
viele Ja-Rufe.“ Einmal pro Jahr
gehen die Helfer, die im Laden
für den gehörigen Umsatz sorgen,
zum Essen. „Ihr solltet das
zwei- oder dreimal machen“,
forderte sie Bürgermeister
Christian Staudter (USB) in seinem
Grußwort auf. „Weil Ihr
Euch das redlich verdient habt.“
Neben dem Alltagsgeschäft
haben die Mitglieder das ehemalige
Norma-Gebäude an der
Augsburger Straße, in dem der
Laden untergebracht ist, auf
Vordermann gebracht. „Bessere
Mieter könnte sich die Stadt
nicht wünschen“, lobte
Staudter. Und Reith sagte nur: „Mir geht richtig
das Herz auf,
wenn ich mir anschaue, wie
schön alles geworden ist.“
Mindestens genauso wichtig
ist aber die Arbeit im Inneren
des Ladens. Das darin Geleistete
fasste Geschäftsführerin
Maria Stark zusammen. 42
Frauen und Männer arbeiten
ehrenamtlich im Bürgerring,
der an 44 Wochen pro Jahr jeweils
fünf Tage die Woche geöffnet
hat. „Das macht 7000 Arbeitsstunden
im Jahr, eine gewaltige
Menge also“, sagte
Stark. In einer kleinen Inventur
hat sie die Kleidung gezählt, die
auf den Bügeln hängt. „Es sind
6000 Stück“, sagte Stark. Von
Kinderkleidung über Damen und
Herrenmode bis hin zu
Bettbezügen. „Wir haben auch
jede Menge Geschirr, 2700 Bücher
und 570 Paar Schuhe lagern“,
meinte sie. „Waren im
Wert von etwa 13000Euro – und
da ist der volle Keller noch gar
nicht mitgerechnet.“
Angesichts des erwirtschafteten
Gewinns in Höhe von gut
130000 Euro im vergangenen
Jahr, was Kassenwartin Margit
Steinberger detailliert darlegte,
wurde dieser Warenbestand im
vergangenen Jahr insgesamt
zehn Mal komplett verkauft. Die
anwesenden Mitglieder staunten
nicht schlecht über diese
beeindruckenden Statistiken.
Und als Steinberger das Finanzielle
folgen ließ, konnte am
Ende nur eines folgen: lauter
Applaus, mit dem sich die Mitglieder
ein wenig zu ihrer eigenen
Leistung beglückwünschten.
Der Gewinn wuchs
2016 im Vergleich zum Vorjahr
um weitere 2000 Euro an. Und
auch der Betrag der ausgeschütteten
Spenden wächst
immer weiter an. 2015 waren
es noch 68000 Euro, vergangenes
Jahr bereits 96000 Euro.
Und der Trend nach oben
scheint ungebrochen. „Heuer
sieht es wieder gut aus“, meinte
Reith abschließend. Es könne
nicht ewig so weitergehen.
Irgendwann müsse es mal nach
unten gehen. „Aber solange es
so gut läuft, sind wir einfach
froh und zufrieden, dass wir als
Bürgerring segensreich für Geisenfeld
wirken können.“
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