Geisenfeld (GZ)
Er ist so etwas
wie ein Füllhorn, dessen Volumen
stetig wächst: der Bürgerring.
366000 Euro hat er schon
an Vereine und sonstige Einrichtungen
in Geisenfeld ausgeschüttet.
68000 Euro alleine
im vergangenen Jahr.
Von
einer „Erfolgsgeschichte
ohne Ende“ sprach Bürgermeister
Christian Staudter bei
der Jahreshauptversammlung.
Der Rathauschef bescheinigte
dem Bürgerring-Team eine „
großartige Leistung“. Nach einem
Jahr in den neuen Räumen
an der Augsburger Straße „schaut’s
ganz gut aus“, urteilte
Günter Reith als Vorsitzender
unter Hinweis auf das renovierte
Gebäude mit seinen
begrünten Außenanlagen. Im
Innenraum habe man indes „immer wieder was zum
Verbessern
gefunden“, fügte er an.
Vor allem was den wachsenden
Platzbedarf angeht. Der Fahrstuhl
wurde stillgelegt, Aggregate
und Kompressoren wurden
entsorgt – und die gewonnenen
15 Quadratmeter mit
Regalen bestückt. „Jetzt kann
nur noch ein Anbau helfen“,
meinte Reith scherzhaft.
Bisher
hat der Verein jeweils
im Turnus von fünf Jahren umziehen
müssen. „Ich hoffe, dass
es 2020 nicht wieder so weit ist“,
kommentierte Maria Stark als
geschäftsführende Vorsitzende
die Entwicklung. Laut Satzung
darf der Bürgerring sein Geld
nur in Geisenfeld spenden. Ware,
die nur wenig von den Shop-Besuchern nachgefragt wird,
könne man zur sinnvollen Verwendung
aber durchaus weitergeben,
erklärte Stark. So
würden Krawatten in der Kreativnäherei
des Sozialdienstleisters „Integra“ zu
Kleidung
und Taschen verarbeitet. Brillen
kommen der Afrikahilfe und
Schultaschen dem Rucksackprojekt
Bayern zugute. Weitere
Sachspenden erhält die Ukraine-
Hilfe Wolnzach.
Wie Reith aufzeigte,
besteht
das Leben des Vereins jedoch
nicht nur aus der Arbeit in und
am Shop. Zu den Höhepunkten
zahlreicher Aktivitäten im abgelaufenen
Jahr zählte er zum
Beispiel die „gigantische Modenschau“,
die im Sommer organisiert
wurde.
Margit Steinberger verzeichnete
als Kassiererin im Berichtsjahr
111685 Euro an Einnahmen,
davon 110359 Euro
aus dem Umsatz des Verkaufsshops
an 191 Öffnungstagen
sowie 300 Euro aus der Verwertung
von Altkleidern. Der
Rest speiste sich aus Mitgliedsbeiträgen.
Gespendet hatte der
Verein 68436 Euro. Den Löwenanteil
bei den sonstigen
Ausgaben machten mit 16676
Euro der Umzug und die Renovierung
aus. Seit Jahresbeginn
sind im Shop schon wieder
36840 Euro an Umsatz erwirtschaftet
worden, durchschnittlich
646 Euro pro Öffnungstag –
und damit 68 Euro
mehr als im vorangegangenen
Jahresmittel.
Gabriele Bachhuber und
Evi
Steinberger bescheinigten der
Schatzmeisterin nach sorgsamer
Prüfung der Kasse eine „außerordentlich
gute Arbeit“.
Sie empfahlen die Entlastung
des Vorstands, die einstimmig
erfolgte.
Abschließend beschied
das
Gremium alle vorliegenden Anträge
auf Zuschuss ohne Gegenstimme
positiv. Einig war
man sich auch über die Notwendigkeit
eines öffentlich zugänglichen
Defibrillators im
Bereich der TV-Halle. Kontrovers
diskutiert wurde allerdings,
ob dessen Bereitstellung
und Wartung wieder der Verein „Bürger retten
Leben“ übernehmen
sollte. Dieser war
jüngst wegen zweifelhafter
Praktiken bei der spendenbasierten
Finanzierung eines
schulischen Defibrillators in die
Schlagzeilen geratenen. Diese
Entscheidung, so der Beschluss
bei zwei Enthaltungen, solle die
Stadtverwaltung in Absprache
mit den Fachleuten von der
Rettungswache treffen.
Deren Leiter Paul Weber
plädierte
für die Anschaffung eines
Gerätes, das mit den von
den Einsatzkräften genutzten
Defis kompatibel sei. Weber
führte zudem den Einsatz des
im Vorjahr vom Bürgerring finanzierten
digitalen Laryngoskops
vor. Wie ein Defibrillator
sinnvoll eingesetzt werden
kann, demonstrierte nach dem
offiziellen Ende der Sitzung Jochen
Müller vom Verein „Bürger
retten Leben“.
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