Geisenfelder Zeitung, Freitag, 22. April 2016

Füllhorn mit wachsendem Volumen

Bürgerring zieht Bilanz: Im neuen Domizil geht erfolgreiche Arbeit unvermindert weiter

Von Maggie Zurek

Geisenfeld (GZ) Er ist so etwas wie ein Füllhorn, dessen Volumen stetig wächst: der Bürgerring. 366000 Euro hat er schon an Vereine und sonstige Einrichtungen in Geisenfeld ausgeschüttet. 68000 Euro alleine im vergangenen Jahr.

Von einer „Erfolgsgeschichte ohne Ende“ sprach Bürgermeister Christian Staudter bei der Jahreshauptversammlung. Der Rathauschef bescheinigte dem Bürgerring-Team eine „ großartige Leistung“. Nach einem Jahr in den neuen Räumen an der Augsburger Straße „schaut’s ganz gut aus“, urteilte Günter Reith als Vorsitzender unter Hinweis auf das renovierte Gebäude mit seinen begrünten Außenanlagen. Im Innenraum habe man indes „immer wieder was zum Verbessern gefunden“, fügte er an. Vor allem was den wachsenden Platzbedarf angeht. Der Fahrstuhl wurde stillgelegt, Aggregate und Kompressoren wurden entsorgt – und die gewonnenen 15 Quadratmeter mit Regalen bestückt. „Jetzt kann nur noch ein Anbau helfen“, meinte Reith scherzhaft.

Bisher hat der Verein jeweils im Turnus von fünf Jahren umziehen müssen. „Ich hoffe, dass es 2020 nicht wieder so weit ist“, kommentierte Maria Stark als geschäftsführende Vorsitzende die Entwicklung. Laut Satzung darf der Bürgerring sein Geld nur in Geisenfeld spenden. Ware, die nur wenig von den Shop-Besuchern nachgefragt wird, könne man zur sinnvollen Verwendung aber durchaus weitergeben, erklärte Stark. So würden Krawatten in der Kreativnäherei des Sozialdienstleisters „Integra“ zu Kleidung und Taschen verarbeitet. Brillen kommen der Afrikahilfe und Schultaschen dem Rucksackprojekt Bayern zugute. Weitere Sachspenden erhält die Ukraine- Hilfe Wolnzach.

Wie Reith aufzeigte, besteht das Leben des Vereins jedoch nicht nur aus der Arbeit in und am Shop. Zu den Höhepunkten zahlreicher Aktivitäten im abgelaufenen Jahr zählte er zum Beispiel die „gigantische Modenschau“, die im Sommer organisiert wurde.

Margit Steinberger verzeichnete als Kassiererin im Berichtsjahr 111685 Euro an Einnahmen, davon 110359 Euro aus dem Umsatz des Verkaufsshops an 191 Öffnungstagen sowie 300 Euro aus der Verwertung von Altkleidern. Der Rest speiste sich aus Mitgliedsbeiträgen. Gespendet hatte der Verein 68436 Euro. Den Löwenanteil bei den sonstigen Ausgaben machten mit 16676 Euro der Umzug und die Renovierung aus. Seit Jahresbeginn sind im Shop schon wieder 36840 Euro an Umsatz erwirtschaftet worden, durchschnittlich 646 Euro pro Öffnungstag – und damit 68 Euro mehr als im vorangegangenen Jahresmittel.

Gabriele Bachhuber und Evi Steinberger bescheinigten der Schatzmeisterin nach sorgsamer Prüfung der Kasse eine „außerordentlich gute Arbeit“. Sie empfahlen die Entlastung des Vorstands, die einstimmig erfolgte.

Abschließend beschied das Gremium alle vorliegenden Anträge auf Zuschuss ohne Gegenstimme positiv. Einig war man sich auch über die Notwendigkeit eines öffentlich zugänglichen Defibrillators im Bereich der TV-Halle. Kontrovers diskutiert wurde allerdings, ob dessen Bereitstellung und Wartung wieder der Verein „Bürger retten Leben“ übernehmen sollte. Dieser war jüngst wegen zweifelhafter Praktiken bei der spendenbasierten Finanzierung eines schulischen Defibrillators in die Schlagzeilen geratenen. Diese Entscheidung, so der Beschluss bei zwei Enthaltungen, solle die Stadtverwaltung in Absprache mit den Fachleuten von der Rettungswache treffen.

Deren Leiter Paul Weber plädierte für die Anschaffung eines Gerätes, das mit den von den Einsatzkräften genutzten Defis kompatibel sei. Weber führte zudem den Einsatz des im Vorjahr vom Bürgerring finanzierten digitalen Laryngoskops vor. Wie ein Defibrillator sinnvoll eingesetzt werden kann, demonstrierte nach dem offiziellen Ende der Sitzung Jochen Müller vom Verein „Bürger retten Leben“.

Beschlossene Spenden:

Es wurden 20100 Euro wie folgt ausgeschüttet:
- 5000 Euro für Mobiliar im Kindergarten St. Theresia
- 5000 Euro für Übungsinseln der Grundschule
- 2600 Euro für Gartenstühle im Seniorenheim
- 2500 Euro für einen Defibrillator am Sportgelände
- 1500 Euro für das Ferienpass- Programm
- 1500 Euro für die Mukoviszidose- Hilfe
- 1000 Euro für einen Gedenkstein (Bestattungsstätte für Frühgeburten)
- 1000 Euro für die neue Stadtstorch-Führung
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