Geisenfelder Zeitung, Samstag, 28. März 2014

Eine Viertelmillion Euro für Geisenfeld

Erfolgsmodell Bürgerring: Allein 2013 über 55 000 Euro an gemeinnützigen Spenden erwirtschaftet

Von Maggie Zurek


Geisenfeld (GZ) In einem einzigen Jahr 55 635 Euro an gemeinnützigen Spenden für Geisenfeld, erwirtschaftet von einem kleinen Häuflein Idealisten. Hinter dieser unglaublichen Zahl steht das Erfolgsmodell Bürgerring, das nun sogar Ministerpräsident Horst Seehofer einen Besuch wert ist.

Im Vergleich zum Vorjahr (22 580 Euro) hat sich 2013 der ausgeschüttete Betrag mehr als verdoppelt, wie Kassier Andreas Arnold jetzt bei der Hauptversammlung des Vereins deutlich machte.

Seit seiner Gründung vor knapp 16 Jahren sind damit über eine Viertelmillion Euro an Spenden geflossen. Geld, das überwiegend aus dem Verkauf gebrauchter Waren stammt, die im „Shop“ am Ilmgrund, gegenüber den Sportplätzen, angeboten werden.

Inzwischen sei der Bürgerring zu einem „kleinen Wirtschaftsunternehmen“ herangewachsen, befand der Vorsitzende Günter Reith bei der Begrüßung von rund 40 Zuhörern, darunter Bürgermeister Christian Staudter (USB) und etliche Stadträte. Was sich auch auf die zu leistende Arbeit auswirke, für die er allen Mitstreitern seinen Dankausspreche, so Reith.

In ihrem Rechenschaftsbericht hatte die geschäftsführende Vorsitzende Maria Stark– „Gott sei Dank“ wie sie lächelnd kundtat – „mal keinen Umzug“ aufzuführen. Durch die Überdachung des Eingangsbereichs zum Shop sei quasi ein „zusätzlicher Verkaufsraum“ entstanden, und neue Regale hätten im Innern für eine „ordentliche“ Präsentation derWaren gesorgt, erklärte Stark. An 172 Tagen im Jahr war der Laden geöffnet. Am Laufen gehalten von 23 Frauen und sieben Männern, die hier ehrenamtlich 5300 Stunden im Jahr investierten. Was für die einen eine „beachtliche Leistung“ und für die anderen „ein wunderbares und sinnvolles Hobby“ sei, so Stark.

Was im Gründungsjahr 1998 mit Einnahmen von 71 Euro pro Öffnungstag begann, ist, wie es Bürgermeister Christian Staudter in seiner Dankesrede formulierte, zur „Erfolgsgeschichte sondergleichen“ geworden, die man in umliegenden Gemeinden deshalb zu kopieren versuche. 353 Euro Tageseinnahmen (65 827 Euro im
gesamten Berichtsjahr) führte der Kassenwart auf. Hinzu kommen auf der Habenseite 4409 Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Zuwendungen. Hauptausgaben-Posten waren wie immer die Gelder, die in gemeinnützige Projekte in Geisenfeld fließen. Hinzu kommen rund 14 000 Euro für Miete, Betriebskosten und Ausgaben wie die Anschaffung eines Containers zum Sammeln nicht mehr tragbarer Kleidung.

Die Spendensumme von fast 56 000 Euro im vergangenen Jahr setzt sich aus vielen Kleinbeträgen für Vereine, aber auch aus „großen Batzen“ zusammen: 7450 Euro gingen an den Sozialfonds der Stadt Geisenfeld, 7000 Euro erhielt die Rettungswache Geisenfeld für den Notarztstandort, 6000 Euro die FFW Zell für die Ausstattung des Feuerwehrhauses, und je 5000 Euro flossen in Verschönerungsmaßnahmen des Friedhofs und in einen Resozialisierungsfonds für Jugendliche. Auch Pfarreien, Vereine und Schulen profitierten vom „Füllhorn“ desBürgerrings.

„Geplättet“ zeigte sich der Rathauschef angesichts einer Auflistung, in der die Stadt als „größter Nutznießer“ erscheint. Am liebsten würde er jede der Shopdamen „umarmen und busseln“ scherzte Staudter, bot aber stattdessen als Anerkennung einer „unschätzbaren Tätigkeit für die Allgemeinheit“ den kostenlosen Besuch kultureller Veranstaltungenan.

Nachdem die Kassenprüfung laut Margit Steinberger nichts an der Buchhaltung zu beanstanden hatte, stand der Entlastung der unbezahlten Funktionäre nichts mehr im Weg. Abschließend wurde über aktuell vorliegende Anträge auf Zuschüsse entschieden.

Neue Zuschüsse bewilligt:

Für heuer lagen dem Geisenfelder Bürgerring schon sieben Anträge auf Zuschüsse vor, die in der Hauptversammlung nun allesamt positiv beschieden wurden. Zwei nicht fristgerecht eingereichte Anliegen sollen bei der nächsten Sitzung berücksichtigt werden..

Regelrecht „von den Socken“ zeigte sich Paul Weber als Leiter der BRK-Rettungswache. Ohne eine konkrete Summe zu nennen, hatte dieser um Unterstützung für die Anschaffung eines gebrauchten Rettungswagens gebeten. Dass ihm nun 10 000 Euro gewährt wurden, machte ihn „sprachlos“. Man wolle eine möglichst schnelle und sichere Versorgung für Notfälle sicherstellen, so die Begründung des Vorsitzenden Günter Reith für die hohe Summe.

Jeweils 1000 Euro bewilligte man dem Elternbeirat derörtlichen Grundschule für das Projekt KidsPro und dem Ferienpass-Team für seine Aktivitäten. Über 547 Euro darf sich der Kindergarten Regenbogen freuen, der davon Montessori-Material und einen mobilen Basketballkorb anschaffen wird, und 466 Euro erhält das TriTeam für die Jugendarbeit (Hallenbad-Gebühren). 407 Euro gehen an die FFW Ilmendorf für die Anschaffung von Rettungsrucksäcken, und 400 Euro werden in die Bereitstellung neuer Sitzbänke im Ainauer Wald investiert.


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