Geisenfelder Zeitung, Samstag, 23. März 2013

In 15 Jahren 200 000 Euro für den guten Zweck

Dank der 29 ehrenamtlichen Unterstützer kann der Bürgerring auch heuer etliche gemeinnützige Projekte unterstützen

Von Maggie Zurek

Auch Sonderverkäufe spülen alle Jahre schöne Summen in die Kassen des Geisenfelder Bürgerrings.

Geisenfeld (GZ) Es klingt fast wie ein Märchen: Mit der einfachen Idee, gespendete Kleidung und Alltagsgegenstände zu verkaufen und den Erlös für einen guten Zweck abzugeben, hat der Bürgerring in 15 Jahren über 200000 Euro für gemeinnützige und soziale Projekte in Geisenfeld erwirtschaftet.

In der überwältigenden Summe sind auch jene 26150 Euro enthalten, deren Vergabe in der Jahreshauptversammlung beschlossen wurde. Über den „trotz schlechtem Wetter und zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen regen
Besuch“ freute sich Vorsitzender Günter Reith, der unter den Gästen auch etliche Vertreter des Stadtrats ausmachte.

Gleich vorab dankte Reith den Shop-Damen, die, wie später zu erfahren war, im vergangenen Jahr an 171 Verkaufstagen ihre Freizeit für die gute Sache geopfert haben. Auch für die wachsende Zahl an Sponsoren und Spendern gab es ein „ Vergelt’s Gott“. Als geschäftsführende Vorsitzende blickte Maria Stark auf ein erfolgreiches Jahr zurück, dessen überaus positive Bilanz, wie sie betonte, auch den 29 ehrenamtlichen Unterstützern zu verdanken sei. Sie leisteten nicht nur im Shop ihre Arbeit, sondern auch „drum herum“ beim Schneeräumen und sonstigen handwerklichen Diensten. Wertvoll für den Verein seien die zwei Haushaltsauflösungen gewesen, die man habe nutzen dürfen. Als besonders schöne Anerkennung seitens der Stadt wertete sie eine Führung mit dem Stadtstorch-Ensemble unter dem Motto „Kunst und Kulinarik“.

Dass man in 15 Jahren eine „einzigartige Leistung“ erbracht habe, zeige sich nicht nur in Ehrungen seitens der Stadt und des Landkreises, ergänzte Reith. Immer wieder gebe es Nachfragen anderer Kommunen: „Wie macht ihr das?“ Wenn aus der Antwort dann klar werde, „wie viel Arbeit dahinter steckt“, dann schrecke das jedoch die meisten ab. „Euer Einsatz ist eben nicht zu toppen“, befand der Vorsitzende in Richtung der Unterstützer und versprach anlässlich des kleinen Jubiläums: „Das muss gefeiert werden“. Wie, das wird noch zu klären sein.

Die Zahlen, die Kassenwart Andreas Arnold vortrug, würden manch anderem Finanzverwalter zum Jubeln Anlass geben: ein Jahresumsatz von 50 827 Euro – erwirtschaftet an vier Öffnungstagen pro Woche mit durchschnittlichen Einnahmen von 297,23Euro pro Tag sowie satte Rücklagen für Miete, Strom und „Notfälle“.

Von dessen erster Stunde an mit dabei sind Alfreda und Walter Wank,
denen der Vorsitzende Günter Reith
in der Jahresversammlung
jetzt zur Ehrenmitgliedschaft
gratulieren konnte.

Abzüglich der Ausgaben für Miete und Strom (10 579 Euro) nebst Betriebs- und sonstiger Kosten sowie der im Vorjahr geleisteten Spenden (2258 Euro) verbleiben aus dem Jahr 2012 insgesamt 17 683 Euro, die in neue Projekte fließen können. Wie der Schatzmeister vorrechnete, ergeben sich mit dem heuer im Januar und Februar erwirtschafteten Überschuss von 11 033 Euro fast 29 000 Euro, die man vergeben dürfe. Die Kassenprüferinnen Evi und Margit Steinberger hatten keine Beanstandungen und so wurden Kassier und Vorstand einstimmig entlastet. Nach der Vergabe der aktuellen Mittel hatte Reith „die große Freude“, einem Ehepaar der ersten Stunde die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Alfreda und Walter Wank (seines Zeichens langjähriger Kassier), halten dem Verein auch von ihrem neuen Wohnort München aus die Treue.

Dahin fließt das Geld:

Sehr zur Freude der Antragsteller wurden bei der Vergabe der heuer zur Verfügung stehenden knapp 29000 Euro alle eingereichten und satzungskonformen Anliegen einhellig positiv beschieden. Manches Engagement – wie die Förderung des Notarztstandortes Geisenfeld– schien den Mitgliedern sogar eine Aufstockung wert. 3350 Euro Spenden waren im Namen des verstorbenen Gerhard Hundsberger beim Bürgerring eingegangen, diese rundete das Gremium auf 7000 Euro für den genannten Zweck auf.

Über 6000 Euro für Sanierungsarbeiten darf sich die Feuerwehr Zell freuen, mit 4000 Euro wird die Erstellung einer Ruhezone auf dem Friedhof bezuschusst, und je 2000 Euro fließen in den Integrationsfonds für Jugendliche und an den Verein Tama Togo zur Anschaffung von Trommeln für die Asylbewerber-Gruppe. 1450 Euro erhält der Sozialfonds der Stadt Geisenfeld und je 1000 Euro gehen an das Ferienpass-Team, die Grundschule (für das Projekt Kids-Pro) sowie der Krieger- und Soldatenverein Geisenfeld für die Sanierung des Kriegerdenkmals. Der FC Geisenfeld bekommt für seine Jugendarbeit 700 Euro.

Über den vorliegenden Antrag auf Bezuschussung der geplanten Schneeräumbörse soll dann entschieden werden, wenn ein konkretes Konzept vorliegt.


Layout and Design ©2003 Peter Mühlbacher, last updated