Geisenfelder Zeitung, Donnerstag, 02. Oktober 2025

Landtagsabgeordneter Johannes Becher besucht Bürgerring in Geisenfeld

Grünen-Fraktionsvize weist auf Rechtslage hin

PM von Verena Juranowitsch
(
Persönliche Referentin von Johannes Becher, MdL)

Geisenfeld - Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, Johannes Becher, war beim Bürgerring Geisenfeld zu Gast. Bei einer Besichtigung der Räume in der Augsburgerstr. 52 zeigte Vereinsvorsitzender Günther Reith mit seinem Vorstandsteam dem Abgeordneten, was mit der Unterstützung von 75 ehrenamtlich Aktiven möglich ist. Denn der gemeinnützige Verein nimmt in den Räumen eines ehemaligen Supermarktes Sachspenden entgegen, überprüft und sortiert diese gewissenhaft und bietet sie dann zum Verkauf an. Der Erlös wird an Vereine und soziale Projekte in der Region weitergegeben, und das schon seit 1998. So kam über die Jahre eine gigantische Ausschüttungssumme von über 1,5 Millionen Euro zusammen, die wieder in die Gesellschaft eingebracht wurde. „Was die Ehrenamtlichen vom Bürgerring hier leisten, ist gut für alle. Für die Organisationen, die unbürokratisch an Unterstützung für ihre Projekte kommen, für die Kundinnen und Kunden, die saubere und ordentliche Waren zum kleinen Preis bekommen, und für die Umwelt, denn was noch gut ist, wird wiederverwendet, statt im Keller vergessen zu werden oder im Container zu landen.“

Ob er was gefunden hat? Johannes Becher beim
Stöbern im Bürgerring.

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Der Besuch war Bechers zweiter, bereits 2019 hatte er auf seiner politischen Sommerwanderung in Geisenfeld einen Stopp eingelegt. Schon damals war er von dem Projekt und seiner Umsetzung begeistert, auch deswegen, weil er selbst in Moosburg an der Isar als Vorstand des Tante Emma e.V. ein Sozialkaufhaus leitet und daher auch all die Sorgen und Nöte kennt, hinsichtlich der steuerlichen Thematik. Sein gemeinnütziger Verein bezahlt als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer. Für viele Ehrenamtliche ist unverständlich, dass gespendete Waren, die zu einem sehr geringen Preis verkauft werden, in ehrenamtlicher Arbeit, um damit Geld für soziale Zwecke zu generieren, vom Staat besteuert werden. Zumal hier niemand einen persönlichen Vorteil hat. Dieses Unverständnis verstand Herr Becher sehr gut. Gleichzeitig ist die aktuelle Rechtslage eindeutig. Um hier in eine andere Bewertung zu kommen, müsste man grundsätzlich am Steuerrecht Reformen vornehmen.

Der Frust über die Besteuerung ist den Engagierten im Alltag nicht anzumerken. Mit vollem Herzblut gestalten sie die Ladenfläche immer wieder neu – auch mit Hilfe modernster Technik. Ein Unterstützer druckt zum Beispiel Aufsteller für Handtaschen im eigenen 3-D-Drucker. Überhaupt ist die Präsentation der Waren in Geisenfeld herausragend. Die gut sortierte Bücherecke lockt Literatur-Fans aus der ganzen Umgebung an und die auf Vollständigkeit geprüften Kinderspielsachen und Kinderbekleidung schonen den Geldbeutel der Eltern.
Felicia Stolfig, grüne Bürgermeisterkandidatin in Geisenfeld, nahm Vieles aus dem Besuch mit: „Was wir gelernt haben, ist, dass der Bürgerring nur funktioniert, weil so viele Menschen Liebe und Herzblut in das Projekt stecken. So ist es mit dem Dienst im Betrieb nicht getan, es stehen viele Extraarbeiten an um das Gebäude und das Grundstück zu pflegen und zu erhalten. Besonderer Dank geht an alle Vorstandsmitglieder der letzten Jahrzehnte, die den Bürgerring zu dem gemacht haben, was er heute ist.“

Der Bürgerring ist gut für alle und ein Musterbeispiel von Bürgerschaftlichem Engagement. Eigentlich bräuchte jeder Ort einen Bürgerring. Nachahmung dringend empfohlen!


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